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Insgesamt scheint der deutsche Beitrag weniger
durch Design und Gestaltung als durch Wissensvermittlung
gekennzeichnet zu sein.
Bis zu 500 Besucher pro Stunde werden in
tropfenförmigen Kabinen durch eine aufwändige Kulissenlandschaft
transportiert, die in den traditionsreichen Babelsberger Filmstudios
in Deutschland gestaltet wurden.
Neben dem Entertainment
steht die Information im Vordergrund. Unter dem Motto „bionis“
präsentiert der deutsche Pavillon Produkte und Ergebnisse der
bionischen Forschung und Entwicklung. Anschaulich lernen die
Besucher, wie Hightech nach natürlichen Prinzipien gestaltet wird:
vom Fahrzeugdesign nach dem Vorbild der Pinguine bis zur
medizinischen Diagnostik, die sich an den Fledermäusen orientiert.
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Illustrationen der Übersicht über das EXPO-Gelände |
Der Besucher startet seine Reise am Eingang des
Deutschen Pavillons in einer großen Höhle, in der lodernde Feuer,
überlebensgroße Fledermäuse, Spinnen und Urzeitvögel eine
geheimnisvolle Atmosphäre schaffen. Je sechs Personen finden in
einem „Drop“ Platz. Die Fahrt wird zum Abenteuer: Wie in einem
Wassertropfen werden die Besucher durch verschiedene Erdschichten
aufwärts transportiert und in schneller Fahrt wieder abwärts
geschickt.
Sie geraten unter Wasser, schwimmen auf einem
breiten Fluss und müssen ein heftiges Gewitter überstehen. Ein
aufwändiges technisches System aus sogenannten „Seat- Shakern“ in
den Kabinen und einem wellenförmigem Schienenverlauf simulieren die
tobenden Elemente.
Zu guter Letzt erwartet den Besucher eine
typische deutsche Flusslandschaft. Der Drop schwimmt auf dem Rhein,
und die Kulissen zeigen viele bekannte deutsche Motive, darunter
Berlin, München, Hamburg und Köln, die Loreley, eine
Küstenlandschaft und die Alpen.
Während der Fahrt werden den Besuchern Beispiele aus der bionischen
Entwicklung in Deutschland gezeigt. Ein Display, das in die Kabine
eingebaut ist, gibt die entsprechenden Erläuterungen dazu.
Sie sehen - einen Off-Shore-Windpark, der Deutschlands führende
Rolle in der Nutzung und Entwicklung regenerativer Energien
veranschaulicht,
- eine Sportlerin in einem Schwimmanzug, der der Haufischhaut
nachempfunden ist und über entsprechende Strömungseigenschaften
verfügt,
- eine riesige künstliche Lotusblüte, deren Oberfläche mit Farbe
bespritzt wird, um so den selbstreinigende Lotusblatteffekt zu
demonstrieren,
- die Tragfläche eines neuen Airbus 380, an der demonstriert wird,
wie durch gefächerte Flügelenden, sogenannte „Winglets“, Treibstoff
eingespart und Lärm vermieden wird.
Schließlich packt ein Roboter den Drop und befördert ihn in das „Experience
Lab“. Hier schlüpft der Besucher selbst in die Rolle des Forschers
und Entwicklers. Alle Exponate sind ausdrücklich zum Anfassen und
zum Ausprobieren vorgesehen.
Erstes Thema ist die Strömungsbionik.
Sie zeigt, was Pinguine mit Luftfahrt zu tun haben, wie Libellen und
Hubschrauber zusammenhängen und was die Flügelenden einer
Adlerschwinge mit denen eines Flugzeugs verbindet. - Blickfang ist
der „Sturmvogel“, das Flugzeug des berühmten deutschen Ingenieurs
Otto Lilienthal von 1894, der in Deutschland die ersten Gleitflüge
absolvierte und Segelflugzeuge baute. Es zeigt, wie die
Untersuchungen der Flügel großer Vögel und Studien zum Vogelflug zur
Konstruktion der ersten erfolgreichen Flugzeuge führten.
- Dass Fliegen auch unter Wasser funktioniert, zeigt ein
Pinguinschwarm, der von einem schnittigen kleinen Forschungs-U-Boot
begleitet wird. Nach Vorbild des perfekten Stromlinienkörpers der
Pinguine werden Luft-, Land- und Unterwasserfahrzeuge konstruiert,
die alle bisherigen Entwicklungen in den Schatten stellen.
- „Igor“ heißt ein Vogelmodell, an dem die Bioniker die
Strömungsprozesse an schlagenden Flügeln studieren. Hier kann der
Besucher die Bewegungen des Modells interaktiv steuern und dabei die
entsprechenden Wirbelbilder auf verschiedenen Monitoren verfolgen.
- „Delta Loop“ und „Loop“ sind zwei futuristisch anmutende Modelle
von Ultraleichtflugzeugen, die mit bionischen Ringpropellern und
schlaufenförmigen Tragflügelenden ausgestattet sind.
- Trailing Edge Devices (TEDs) des europäischen Luft- und
Raumfahrtkonzerns EADS orientieren sich an den Flugleistungen von
Vögeln und Insekten. An den Tragflächen von Flugzeugen verbessern
sie das Flugverhalten, an den Enden der Rotorblätter von
Hubschraubern vermindern sie Geräuschemissionen und Vibrationen.
Sensorik ist ein weiteres Thema.
Akustische Bildgebung
stellt einen wesentlichen Aspekt der modernen Vermessungstechnik,
der Biomedizintechnik, der zerstörungsfreien Materialprüfung und der
Umweltdiagnostik dar. Auch hier hat die Natur bereits
Entwicklungsarbeit geleistet: - Siemens lädt die Besucher zum
Experimentieren mit der neusten Ultraschall-Diagnosetechnik ein, die
es den Medizinern ermöglicht, in unseren Körper hineinzusehen und
vierdimensionale Bilder von den inneren Organen zu erstellen.
- Eine akustische Kamera ermöglicht es, Schall zu „sehen“. So wird
zum Beispiel der Lärm, den die Wirbel an den Propellerspitzen einer
Windkraftanlage oder eines Hubschraubers verursachen, sichtbar
gemacht. Der Computer zeigt spektrale Analysen, Zeitlupenfilme und
ein "Hineinhören" ins Bild.
BMW stellt anhand eines Pkw- und eines Motorradmodells dar, wie eine
Fülle von Konstruktionsprinzipien im Fahrzeugbau der Natur entlehnt
sind:
- Die Fledermaus steht Pate für intelligente Sensorik.
- Kokosfasern zeigen die Bedeutung nachwachsender Rohstoffe als
Dämmmaterial.
- Die Knochenstruktur demonstriert, wie leichteste Materialien
höchste Stabilität besitzen können.
- Erneut ist ein Pinguin Vorbild für ein Fahrzeug-Design, das
ästhetische und aerodynamische Vorteile kombiniert.
Fotos und Illustrationen:
expo2005-deutschland
BAULEX
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