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Unspektakulär: Gesamteuropäischer Pavillon Expo 2005

Veröffentlicht am 26.03.2005 | 12. KW von baulex

BAULEX - EXPO2005 bionisGlänzte die EXPO 2000 in Hannover noch durch architektonisch und technisch innovative Bauprojekte, vor allem im Bereich des Holz- und Stahlbau, so scheint die EXPO 2005 in Japan eher unter dem Motto Roboter- und Computerspiele zu stehen.




 

Insgesamt scheint der deutsche Beitrag weniger durch Design und Gestaltung als durch Wissensvermittlung gekennzeichnet zu sein.


Bis zu 500 Besucher pro Stunde werden in tropfenförmigen Kabinen durch eine aufwändige Kulissenlandschaft transportiert, die in den traditionsreichen Babelsberger Filmstudios in Deutschland gestaltet wurden.

Neben dem Entertainment steht die Information im Vordergrund. Unter dem Motto „bionis“ präsentiert der deutsche Pavillon Produkte und Ergebnisse der bionischen Forschung und Entwicklung. Anschaulich lernen die Besucher, wie Hightech nach natürlichen Prinzipien gestaltet wird: vom Fahrzeugdesign nach dem Vorbild der Pinguine bis zur medizinischen Diagnostik, die sich an den Fledermäusen orientiert.

 

Illustrationen der Übersicht über das EXPO-Gelände

Der Besucher startet seine Reise am Eingang des Deutschen Pavillons in einer großen Höhle, in der lodernde Feuer, überlebensgroße Fledermäuse, Spinnen und Urzeitvögel eine geheimnisvolle Atmosphäre schaffen. Je sechs Personen finden in einem „Drop“ Platz. Die Fahrt wird zum Abenteuer: Wie in einem Wassertropfen werden die Besucher durch verschiedene Erdschichten aufwärts transportiert und in schneller Fahrt wieder abwärts geschickt.




Europäische Pavillons Übersicht

Eingang deutsch-französischer Pavillon

Zugang zu den europäischen Pavillons

Sie geraten unter Wasser, schwimmen auf einem breiten Fluss und müssen ein heftiges Gewitter überstehen. Ein aufwändiges technisches System aus sogenannten „Seat- Shakern“ in den Kabinen und einem wellenförmigem Schienenverlauf simulieren die tobenden Elemente.

Zu guter Letzt erwartet den Besucher eine typische deutsche Flusslandschaft. Der Drop schwimmt auf dem Rhein, und die Kulissen zeigen viele bekannte deutsche Motive, darunter Berlin, München, Hamburg und Köln, die Loreley, eine Küstenlandschaft und die Alpen.

Während der Fahrt werden den Besuchern Beispiele aus der bionischen Entwicklung in Deutschland gezeigt. Ein Display, das in die Kabine eingebaut ist, gibt die entsprechenden Erläuterungen dazu.

Sie sehen - einen Off-Shore-Windpark, der Deutschlands führende Rolle in der Nutzung und Entwicklung regenerativer Energien veranschaulicht,
- eine Sportlerin in einem Schwimmanzug, der der Haufischhaut nachempfunden ist und über entsprechende Strömungseigenschaften verfügt,
- eine riesige künstliche Lotusblüte, deren Oberfläche mit Farbe bespritzt wird, um so den selbstreinigende Lotusblatteffekt zu demonstrieren,
- die Tragfläche eines neuen Airbus 380, an der demonstriert wird, wie durch gefächerte Flügelenden, sogenannte „Winglets“, Treibstoff eingespart und Lärm vermieden wird.

Schließlich packt ein Roboter den Drop und befördert ihn in das „Experience Lab“. Hier schlüpft der Besucher selbst in die Rolle des Forschers und Entwicklers. Alle Exponate sind ausdrücklich zum Anfassen und zum Ausprobieren vorgesehen.
 

Erstes Thema ist die Strömungsbionik.

Sie zeigt, was Pinguine mit Luftfahrt zu tun haben, wie Libellen und Hubschrauber zusammenhängen und was die Flügelenden einer Adlerschwinge mit denen eines Flugzeugs verbindet. - Blickfang ist der „Sturmvogel“, das Flugzeug des berühmten deutschen Ingenieurs Otto Lilienthal von 1894, der in Deutschland die ersten Gleitflüge absolvierte und Segelflugzeuge baute. Es zeigt, wie die Untersuchungen der Flügel großer Vögel und Studien zum Vogelflug zur Konstruktion der ersten erfolgreichen Flugzeuge führten.

- Dass Fliegen auch unter Wasser funktioniert, zeigt ein Pinguinschwarm, der von einem schnittigen kleinen Forschungs-U-Boot begleitet wird. Nach Vorbild des perfekten Stromlinienkörpers der Pinguine werden Luft-, Land- und Unterwasserfahrzeuge konstruiert, die alle bisherigen Entwicklungen in den Schatten stellen.

- „Igor“ heißt ein Vogelmodell, an dem die Bioniker die Strömungsprozesse an schlagenden Flügeln studieren. Hier kann der Besucher die Bewegungen des Modells interaktiv steuern und dabei die entsprechenden Wirbelbilder auf verschiedenen Monitoren verfolgen.
- „Delta Loop“ und „Loop“ sind zwei futuristisch anmutende Modelle von Ultraleichtflugzeugen, die mit bionischen Ringpropellern und schlaufenförmigen Tragflügelenden ausgestattet sind.
- Trailing Edge Devices (TEDs) des europäischen Luft- und Raumfahrtkonzerns EADS orientieren sich an den Flugleistungen von Vögeln und Insekten. An den Tragflächen von Flugzeugen verbessern sie das Flugverhalten, an den Enden der Rotorblätter von Hubschraubern vermindern sie Geräuschemissionen und Vibrationen.

Sensorik ist ein weiteres Thema.


Akustische Bildgebung stellt einen wesentlichen Aspekt der modernen Vermessungstechnik, der Biomedizintechnik, der zerstörungsfreien Materialprüfung und der Umweltdiagnostik dar. Auch hier hat die Natur bereits Entwicklungsarbeit geleistet: - Siemens lädt die Besucher zum Experimentieren mit der neusten Ultraschall-Diagnosetechnik ein, die es den Medizinern ermöglicht, in unseren Körper hineinzusehen und vierdimensionale Bilder von den inneren Organen zu erstellen.

- Eine akustische Kamera ermöglicht es, Schall zu „sehen“. So wird zum Beispiel der Lärm, den die Wirbel an den Propellerspitzen einer Windkraftanlage oder eines Hubschraubers verursachen, sichtbar gemacht. Der Computer zeigt spektrale Analysen, Zeitlupenfilme und ein "Hineinhören" ins Bild.

BMW stellt anhand eines Pkw- und eines Motorradmodells dar, wie eine Fülle von Konstruktionsprinzipien im Fahrzeugbau der Natur entlehnt sind:
- Die Fledermaus steht Pate für intelligente Sensorik.
- Kokosfasern zeigen die Bedeutung nachwachsender Rohstoffe als Dämmmaterial.
- Die Knochenstruktur demonstriert, wie leichteste Materialien höchste Stabilität besitzen können.
- Erneut ist ein Pinguin Vorbild für ein Fahrzeug-Design, das ästhetische und aerodynamische Vorteile kombiniert.

Fotos und Illustrationen:  expo2005-deutschland

BAULEX

INFOBOX
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www.expo2005-deutschland.de


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