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Zu wenig Neubauten: Deutschland steuert in die Wohnungskrise

Veröffentlicht am 18.04.2009 | 16. KW von baulex

Die Fakten lassen sich nicht mehr wegdiskutieren: Deutschland steuert geradewegs in eine Wohnungskrise. Aktuelle Untersuchungen gehen davon aus, dass bundesweit jährlich rund 400.000 neue Wohnungen benötigt werden.


Gebaut wird jedoch gerade einmal ein Bruchteil davon. Die zu erwartenden Engpässe sind dabei nicht nur auf die Ballungszentren begrenzt. Auch ländliche Gegenden wie Thüringen werden vom Wohnungsmangel betroffen sein.

Die Gesellschaft ist im Wandel – viele Wohnungen sind es nicht. „Die Nachfrage nach qualitativ hochwertigem Wohnraum ist in den vergangenen Jahren deutlich angestiegen“, sagt Martin Roth, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Ziegelindustrie. Die Gründe sind vielfältig: Die Ansprüche sind gewachsen, der Wunsch nach energieeffizienten und seniorengerechten Wohnungen gewinnt an Bedeutung. „Wer diese Entwicklung nicht sieht oder ignoriert, handelt unverantwortlich“, so Roth. „Denn jetzt werden die Weichen für die Zukunft gestellt.“

Fakt ist:
Viele Gebäude aus den 50er, 60er und 70er Jahren entsprechen längst nicht mehr den modernen Vorstellungen. Die Wärmedämmung wurde vernachlässigt, der Zuschnitt der Wohnungen auf Minimalstandards beschränkt. Die größten Probleme sind unflexible, tragende Zwischenwände, fehlende Tiefgaragen und Aufzüge. Viele Altbauten gelten schon jetzt als nicht mehr renovierungs- und ausbaufähig. Abriss und Neubau erscheinen die einzig sinnvollen Alter-nativen.

Gerade die Ansprüche von Senioren lassen sich in älteren Gebäuden nicht mehr verwirklichen. Dabei gebührt gerade dieser Bevölkerungsgruppe ein erhöhtes Augenmerk. Das Statistische Bundesamt geht inzwischen davon aus, dass im Jahr 2050 jeder Dritte in Deutschland 60 Jahre oder älter ist. Gleichzeitig wird sich auch der Anteil der pflegebedürftigen Menschen mehr als verdoppeln.

Gefragt ist eine neue Qualität des Wohnens – und dazu gehören auch moderne Baustoffe. Ziegel haben sich in diesem Punkt seit Jahrtausenden bewährt und gelten längst als Synonym für nachhaltiges Bauen. Energieeffizient, beständig und zuverlässig: Häuser in Ziegelbauweise werden auch von Finanzexperten als Investition in die Zukunft geschätzt. Ziegelwände und -dächer halten die Heizkosten niedrig, verbessern das Raumklima und konservieren den Wert des Gebäudes auf unbestimmte Zeit.

Die demographische Entwicklung und der Wunsch nach qualitativ hochwertigem Wohnraum: Diese Kombination wird unsere Gesellschaft in den kommenden Jahren vor große Probleme stellen. Auch der Deutsche Mieterbund hat bereits neue Instrumente zur Ankurbelung der Neubau-Aktivitäten gefordert. Die Politik müsse reagieren, ansonsten drohen höhere Mieten, soziale Spannungen sowie eine erhöhte Kostenbelastung der Sozialsysteme aufgrund fehlender seniorengerechter Wohnungen. Nach aktuellen Erkenntnissen sind von den 39 Millionen Wohnungen in Deutschland zurzeit gerade einmal 250.000 altersgerecht ausgebaut.

Die Experten warnen – doch die sich anbahnende Krise wird noch immer kleingeredet. Natürlich gab es Zeiten, in denen der Wohnungsmangel deutlich spürbarer war. Anfang der 90er Jahre zum Beispiel. Doch der Schein trügt. Die Leerstände von heute – vor allem in den Städten – ha-ben eine andere Qualität. Hier droht die Gefahr, dass sie von Dauer sein werden. Ein Großteil der Wohnungen ist nicht mehr vermittelbar. „Es ist an der Zeit, dass das Wohnungsbestand den aktuellen Bedürfnissen angepasst wird“, so Martin Roth.

Deutschland brauche neue, moderne Wohnungen, die in Sachen Energieversorgung dauerhaft finanzierbar blieben. Gebäude in Zie-gelbauweise seien in diesen Punkten geradezu vorbildlich. Außerdem könne es nicht richtig sein, dass Abwrackprämien für Autos gezahlt werden, weiten Teilen der Bevölkerung aber gleichzeitig das Wohnen in völlig überalterten und nicht mehr zeitgemäßen Immobilien zugemutet werde.




 
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