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BAYERISCHE
BAUORDNUNG

   
Dritter Teil - Bauliche Anlagen
Abschnitt IV - Wände, Decken, Dächer und Rettungswege


Art. 33 Dächer

(1) Die Dachhaut muß gegen Flugfeuer und strahlende Wärme widerstandsfähig sein (harte Bedachung). Teilflächen der Bedachung und Vordächer, die diesen Anforderungen nicht entsprechen, sind zulässig, wenn Belange des Brandschutzes nicht beeinträchtigt sind.

(2) Für freistehende Gebäude geringer Höhe ist eine Dachhaut, die den Anforderungen Abs. 1 nicht entspricht (weiche Bedachung) zulässig, wenn zu Gebäuden auf demselben Grundstück

1. mit harter Bedachung ein Abstand von mindestens 12 m,

2. mit weicher Bedachung ein Abstand von mindestens 24 m

eingehalten wird.

Gegenüber der Grundstücksgrenze ist ein Abstand von mindestens 12 m erforderlich. Art. 29 Abs.2 Halbsatz 2 gilt entsprechend. 
Sätze 1 und 2 gelten nicht für Nebengebäude ohne Aufenthaltsräume, Aborte und Feuerungsanlagen mit einem umbauten Raum bis zu 50 m3.

(3) Tragende und aussteifende Teile von Dächern, die den oberen Raumabschluß von Aufenthaltsräumen bilden, sind auch in Gebäuden, 
deren tragende Bauteile eine Feuerwiderstandsdauer aufweisen müssen, ohne Feuerwiderstandsdauer zulässig, wenn Belange des Brandschutzes nicht beeinträchtigt sind. 

Dachflächen, über die Rettungswege führen, müssen mindestens die Feuerwiderstandsdauer der Decken des Gebäudes aufweisen.

(4) Dachvorsprünge, Dachgesimse und Dachaufbauten, lichtdurchlässige Dachflächen, Lichtkuppeln und Oberlichte sind so anzuordnen und herzustellen, daß Feuer nicht auf andere Gebäudeteile oder Nachbargebäude übertragen werden kann. Von Brandwänden und von Wänden an Stelle von Brandwänden müssen mindestens 1,25 m entfernt sein

1. Oberlichte, Lichtkuppeln und Öffnungen in der Dachhaut, 
    wenn diese Wände nicht mindestens 30cm über Dach geführt sind,

2. Dachgauben und ähnliche Dachaufbauten aus brennbaren Baustoffen,
    wenn sie nicht durch diese Wände gegen Brandübertragung geschützt
    sind.

(5) Für lichtdurchlässige Bedachungen aus nichtbrennbaren Baustoffen gilt Abs. 1 Satz 1 nicht.
Lichtdurchlässige Dachflächen oder Oberlichte aus mindestens normalentflammbaren Baustoffen sind innerhalb einer harten Bedachung zulässig, wenn sie höchstens ein Fünftel der Dachfläche einnehmen
und

1. höchstens 6 m2 Grundrißfläche haben und untereinander 
    und vom Dachrand einen Abstand von mindestens 1,25 m haben 

oder

2. höchstens 2 m breit und höchstens 20 m lang sind und untereinander 
    und vom Dachrand einen Abstand von mindestens 2 m haben.

(6) Die Dächer von Anbauten, die an Wände mit Öffnungen oder ohne Feuerwiderstandsdauer anschließen, sind in einem Abstand bis zu 5 m von diesen Wänden mindestens so widerstandsfähig gegen Feuer wie die Decken des anschließenden Gebäudes herzustellen. 
Dies gilt nicht für Anbauten an Wohngebäude geringer Höhe.

(7) Dächer die zum Aufenthalt von Menschen bestimmt sind, müssen umwehrt werden. Öffnungen und Nichtbegehbare Flächen dieser Dächer sind gegen Betreten zu sichern.

(8) Für die vom Dach aus vorzunehmenden Arbeiten sind sicher benutzbare Vorrichtungen anzubringen. In Gebäuden mit mehr als einem Vollgeschoß sind für Arbeiten, die vom Dach aus vorzunehmen sind, ausreichend große Ausstiegsöffnungen vorzusehen.

(9) Dächer müssen wärmedämmend sein, wenn sie Aufenthaltsräume abschließen. Dächer über Arbeitsräumen brauchen nicht wärmedämmend zu sein, wenn das wegen der Art der Benutzung der Räume unmöglich oder unnötig ist. Für Dächer, die Aufenthaltsräume abschließen, sind Schallschutzmaßnahmen nur vorzusehen, wenn Lage und Nutzung der Räume das erfordern.

(10) Der Dachraum muß zu lüften, und vom Treppenraum aus zugänglich sein. In Wohngebäuden mit bis zu zwei Wohnungen, ist der Zugang auch von anderen Räumen aus zulässig.

>>> Art. 34

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